Die Feinde eines DJs

DJs sind empfindsame soziale Wesen, die meist viele Freunde oder „gute Bekannte“ um sich haben. Aus zwei simplen Gründen ist das nur logisch: DJ sein schliesst mit ein, dass du dich mit Leuten connectest. Tust du das nicht, wirst du seltener gebucht – egal wie gut du auflegst. Zusätzlich verstehen sich DJs, Producer und Veranstalter miteinander, weil sie ähnliche Interessen teilen. Was viele aber nicht wissen ist, dass während eines DJ-Sets Freunde oder Party-Besucher zu Feinden werden können. Doch als DJ bist du gezwungen, immer höflich zu bleiben, sonst kommst du recht schnell arrogant rüber.

Dinge, die DJs in den Wahnsinn treiben:

SRX

Musik-Besserwisser

Ziemlich oft wollen irgendwelche Leute einen musikalischen Beitrag zum Abend leisten und äussern daher ihre persönlichen Wünsche. Meist sind diese als gut gemeinte Ratschläge verpackt und fangen mit Floskeln an wie „Du spielst geil, aber …“. Das klingt dann zum Beispiel so: „Voll nicer Track, aber kannst du mal ein bisschen pumpiger spielen?“ Oder: „Kannst du bitte weniger so experimentellen Techno spielen? House würde jetzt besser passen“ (Der DJ spielt gerade einen House-Banger.) Bisschen unhöflicher geht’s auch: „Eeeeey, ich will Rap, Alter!“

Ähnlich ist es mit konkreten Musikwünschen. Sie sind nicht grundsätzlich böse. Wenn sich jemand ein passendes Lied wünscht, ist das manchmal sogar ziemlich cool. Meistens ist das aber nicht der Fall. Wenn der DJ sagt, er hat euer gewünschtes Lied nicht oder will es nicht spielen, dann müsst ihr das akzeptieren. Es hat vermutlich einen Grund, wieso ER auflegt und nicht ihr. Oft hat der DJ ein Set in stundenlanger, mühevoller Arbeit vorbereitet um dann ganz bestimmte Stücke in einer zuvor festgelegten Reihenfolge miteinander zu mixen. – Und es macht auch keinen Sinn, die nächste halbe Stunde böse zu schauen oder zu sagen „Dann geh ich.“ Das Schöne ist ja, dass man auch einfach gehen kann, wenn es einem nicht passt.

Manchmal bekommt man auch ungefragt technische Beratung. „Du musst leiser drehen. Die Anlage kracht, wenn du in den roten Bereich spielst.“ Meine Antwort: „Nein, die Anlage ist schlecht und wenn ich leise drehe ist sie nur leise und schlecht. Schau ich zeig’s dir…“ Die abfällige Reaktion: „Nein, du musst leiser drehen!“ Ich ignoriere es. Was ich lieber gesagt hätte: „Nein, ich spiele hier schon zum hundertsten Mal, du Idiot. Spiel dich nicht auf, jeder, der hier nur einmal spielt, checkt das.“ – Vielleicht hat er es ja nur nett gemeint.

Gästeliste-Schnorrer

Prinzipiell ist nichts dabei, nach einem Gästelistenplatz zu fragen. Nur sollte man nicht ganz so dreist sein: „Kannst du mich bitte +5 draufschreiben? Danke.“ Auf der Gästeliste stehen und dann nicht auftauchen, ist gar nicht gerne gesehen. Fragt auch nicht nach Gästeliste, wenn der Eintritt unter fünf Euro ist. Auf die Gästeliste zu wollen, nur um sich wichtig zu fühlen, ist die falsche Motivation. Irgendwie müssen Veranstalter auch ihre Gagen ausbezahlen.

Getränke am DJ-Pult

Ein absoluter Klassiker: Das Bier auf dem DJ-Pult abstellen. Dann fällt es um, alles ist nass und der Sound fällt aus. Im Idealfall ist auch noch der Laptop kaputt. Tut das nicht. Ähnlich ungut ist es, auf Laptops, Turntables, Mixer und so weiter zu äschern. Tut auch das nicht.

Unpassendes Anlabern

Es funktioniert nicht wirklich gut, Gespräche zu führen, während du auflegst. Nichtmal mit Freunden. Und es macht daher auch keinen Sinn, DJs beim Auflegen anzumachen. Sie haben keine Zeit, um darauf einzugehen. Ich verstehe nicht, wie man grosse Lust haben kann, mit jemandem zu reden, der seine Ohren mit Kopfhörern bedeckt hat und in eine andere Richtung schaut. Gerne begrüssen oder verabschieden sich Leute während eines Übergangs. Wenn man sie dann ignoriert, sind sie beleidigt.

Unorganisierte Veranstalter

Wenn sich Veranstalter nicht an Abmachungen halten, werden auch sie definitiv zu Feinden. Zum Beispiel, wenn sie die vereinbarte Gage nicht zahlen wollen. Wenn sie mit dir ausmachen, dass du eineinhalb Stunden spielen sollst, dann aber niemand kommt, um dich abzulösen. Oder, wenn sie sich nicht um dein Equipment kümmern. Du kommst zu deinem Gig und es stehen keine Turntables da. Dann gibt es entweder keine oder du bist schliesslich verantwortlich dafür, sie im Dunkeln, während der Mainact spielt, anzustecken.

Fame-Tänzer

Betrunkene, die unbedingt neben dem DJ auf der Bühne tanzen wollen, ohne ihn zu kennen, können extrem nervig sein. Das sind oft auch die Personen, die Getränke umwerfen, den DJ stossen, anlabern oder die Musik mitbestimmen wollen. Sie trinken die Flaschen aus und manchmal lassen sie sogar Sachen mitgehen. Ja, das passiert wirklich. Bittet man sie höflich, wieder zu gehen, tun sie es nicht.

Getränkebon-Schnorrer

Im Normalfall bekommt ein DJ ungefähr drei Getränkebons für einen Abend. Also einen Longdrink und ein Bier. Oder drei Bier. Das ist nicht so viel, wenn du einige Stunden damit auskommen musst. Hört also auf, DJs um Getränke anzuschnorren. Befreundet euch lieber mit Barkeepern.

Hater

Manchmal gibt es diese Leute, die aus irgendeinem Grund das Bedürfnis haben, den DJ zu beschimpfen. Zum Beispiel rennen sie zum DJ-Pult und zeigen ihm den Mittelfinger oder sie schreien Sachen wie „Scheiss Musik, spiel mal was Gutes, du Hurensohn!“ Wenn es ihnen nicht passt, könnten sie doch einfach gehen und ihre Aggressionen zuhause an ihrem Boxsack auslassen. Aber es geht wohl mehr darum, ein wenig Aufmerksamkeit zu erhaschen. Klingt irgendwie lustig, kann aber ziemlich anstrengend sein.

 
 
 
Quelle: thump

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